10 Dinge, die ich gelernt habe, nachdem ich ohne Plan B meinen Job kündigte

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10 Dinge, die ich gelernt habe, nachdem ich meinen Job gekündigt habe

Im September 2013 verließ ich mein Büro und stürzte mich ins Ungewisse. Ich habe den allerersten Job nach meinem Studium gekündigt – ohne, dass ich genau wusste, was als nächstes kommen würde. Ich räumte meine Wohnung, in der ich sieben Jahre lang gelebt hatte, stellte meine Umzugskisten unter und zog ins Gästezimmer meiner Eltern, während ich über meinen nächsten Schritt nachdachte.

Von Anfang an wollte ich einen unabhängigeren und flexibleren Lebensstil entwickeln. Ich wollte weiterhin im Online Marketing arbeiten, ein Bereich, in dem ich mich auskannte und für den ich brannte. Gleichzeitig wollte ich meine kreative Seite weiter entwickeln und endlich mehr schreiben. Und schließlich wollte ich das alles mit der Möglichkeit kombinieren, viel zu reisen und Zeit mit Freunden und Familie zu verbringen.

So weit, so gut! Vor genau einem Jahr habe ich offiziell meine eigene Beratungsfirma gegründet und seitdem durfte ich an großartigen Projekten mitarbeiten, hatte namhafte Kunden, habe neue Kontakte geschlossen und meine Fähigkeiten erweitert.

Ich habe meinen MatadorU Reise-Schreibkurs beendet und ich habe regelmäßig sowohl Beiträge für meinen eigenen Blog verfasst und so meine Leserschaft vergrößert als auch Texte für andere Webseiten geschrieben.

Und ich habe viele kurze Wochenend-Trips in Europa unternommen, sowie eine längere Reise nach Neuseeland, Australien, Malaysia und Singapur.

Was habe ich in diesem Jahr also gelernt?

1. Das Leben auf der anderen Seite ist nicht so unheimlich, wie du glaubst.

Wenn ich die Welt von meinem regelmäßigen Vollzeit-Job aus betrachtete, war die Angst, diese Sicherheit hinter mir zu lassen, fast lähmend. Sobald ich meine Entscheidung getroffen hatte und nun tatsächlich null Gehalt in Aussicht hatte, dafür aber hunderte Möglichkeiten, verschwand die Angst sofort.

Ich fühlte mich stark und freute mich über meinen Tatendrang, ich informierte mich, indem ich Bücher über Selbstständigkeit und Beratung las, sprach mit Menschen, die ihre eigenen Unternehmen gegründet hatten und besuchte Events, um Gleichgesinnte zu treffen.

Ich stellte auch fest, dass die Sicherheit, die ich in meinem alten Job fühlte, ein Trugschluss war: Mitarbeiter werden gekündigt, Abteilungen werden restrukturiert, Unternehmen kollabieren. Lass nicht zu, dass die Angst dich an einen Job fesselt, der dich unglücklich macht.

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2. Du solltest auf deine Instinkte vertrauen.

Ich dachte, ich müsste die große Entscheidung nur einmal treffen. Aber ich musste mich selbst immer wieder infrage stellen. Der Ruf der Unternehmenswelt ist laut und verlockend: Recruiter wedeln mit vielversprechenden Titeln vor meiner Nase, meine Eltern machen sich Sorgen um meine Rente, Klienten wollen, dass ich sie rund um die Uhr unterstütze.

Jedes Mal muss ich mir erneut versichern, dass es eine gute Entscheidung war, die Welt hinter mir zu lassen, und jedes Mal werde ich ein bisschen stärker und noch überzeugter von meinem neuen Lebensstil.

Ich habe immer versucht, Bestätigung von anderen zu bekommen, aber nun weiß ich, dass ich die einzige bin, die entscheiden kann, was richtig für mich ist. Wenn du deine Entscheidung also getroffen hast, bleib dran, vertraue deinen Instinkten – und schau nicht zurück.

3. Es gibt mehr Möglichkeiten, als du jemals geglaubt hättest.

In meinem alten Job war ich umringt von Leuten mit demselben Bildungshintergrund und denselben Vorstellungen von Gehaltserhöhungen und Beförderungen. Wir alle haben uns wohlgefühlt in dieser Welt und waren uns nicht sicher, was dahinter liegt.

Aber nachdem ich meinen Job gekündigt hatte, habe ich Menschen mit verschiedenen Hintergründen getroffen, mit vielfältigeren Ambitionen und überhaupt anderen Prioritäten. Vor allem Reisen bietet dir die Gelegenheit, alle möglichen Menschen mit allerlei Arten von Plänen oder gar ohne Pläne zu treffen – und genau das macht Mut und inspiriert.

Halte deine Augen und dein Herz offen für all die verschiedenen Möglichkeiten, die das Leben da draußen bietet, und du wirst überrascht sein von all den neuen Türen, die sich dir öffnen.

4. Du brauchst weniger Geld zum Leben, als du denkst.

Als noch ein monatliches Gehalt auf mein Konto floss, habe ich Kleidung gekauft, die ich nicht brauchte, Taxis genommen und bin ausgegangen, ohne an ein Morgen zu denken. Während ich „arbeitslos“ war, wurde ich vorsichtiger: Ich kaufte weniger Latte Macchiatos, ich ging mehr zu Fuß, ich kündigte meinen Spotify-Premium-Account.

Und ich habe mich deswegen kein bisschen schlecht gefühlt. Es tut eigentlich gar nicht weh, den kleinen Luxus des Alltags zu minimieren, und wenn du ein wenig Geld zusammensparst, gibt dir das mehr Sicherheit und Selbstbewusstsein, um deinen Träumen nachzugehen.

Die eigentliche Gefahr liegt woanders: Sobald wieder regelmäßig Geld auf dein Konto fließt, passiert es schnell, dass du in alte Muster zurückfällst und wieder mehr ausgibst. Konzentriere dich also auf die Dinge, die du wirklich brauchst, und gib das, was übrig bleibt, lieber für Erfahrungen aus – Reisen, Freunde, Familie – anstatt materielle Dinge zu kaufen, die dein Leben vollstopfen.

Und, ja, denk daran, ein wenig für schlechte Zeiten zurückzulegen.

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5. Neue Möglichkeiten tauchen plötzlich auf.

Ich habe meinen Job gekündigt, ohne genau zu wissen, was danach kommen würde. Ich dachte daran, zu reisen, eine Beratungsagentur zu gründen, ein Jahr Auszeit zu nehmen, um zu schreiben, einen anderen Vollzeit-Job in einem exotischeren Land oder in einer Non-Profit-Organisation anzunehmen.

Seitdem ich meinen alten Job hinter mir gelassen habe, habe ich als Mentor in zwei Startup-Gründerzentren gearbeitet, Workshops für große Firmen geleitet, mit namhaften Unternehmen an aufregenden Projekten gearbeitet und Interviews geführt sowie Beiträge verfasst für diverse Blogs und Webseiten.

In meinem alten Job hatte ich nichts davon auf dem Schirm. Mir wurde bewusst, dass ich auf ein großartiges Netzwerk von Menschen zurückgreifen kann, die für beide Seiten gewinnbringend kooperieren und zusammenarbeiten wollen, und dafür bin ich dankbar.

Also sprich mit Freunden und Fremden, geh zu Networking-Events, und bleib vor allem offen für bisher undenkbare Möglichkeiten aus unerwarteten Quellen.

6. Es muss nicht alles sofort perfekt sein.

Ich habe immer nach dem idealen Job, dem idealen Ort, der idealen Branche gesucht – aber all das existiert leider nicht. Ich bin nach Genf gezogen, um bei den Vereinten Nationen zu arbeiten und bin schließlich im Konsumgütermarketing gelandet, wo ich mir wertvolles Wissen aneignete und Freunde fürs Leben fand.

Ich wollte eigentlich nicht zurück nach London ziehen, aber es boten sich einige tolle Gelegenheiten und nun genieße ich meine Zeit hier wirklich. Was ich vor einem Jahr gesät habe und zunächst in keine konkrete Richtung wachsen wollte, trägt nun Früchte.

Ich erwarte nicht, einer der großen Denker unserer Zeit oder eine Bestseller-Autorin zu werden und spätestens nächste Woche in mein Traumhaus zu ziehen. Aber mit jedem Kunden, jedem Projekt, jedem Beitrag forme ich mein Leben so, wie ich es möchte.

Solange du dich in die richtige Richtung weiterentwickelst, ist alles gut – selbst wenn du dich deinem Ziel nur um ein oder zwei Schritte näherst.

7. Nichts bleibt für immer.

Meinen Job zu kündigen, kam mir wie eine große Entscheidung vor. Ich habe jedoch festgestellt: Das Schlimmste, was passieren könnte, wenn ich es nicht schaffe sollte, einen unabhängigeren Lebensstil zu kreieren, ist, dass ich mir wieder einen Vollzeit-Job suchen muss.

Ich kenne Leute, die eine Zeitlang selbstständig waren und dann, bereichert um das Wissen, dass es der richtige Schritt für sie ist, zu einem festen Vollzeit-Job zurück gingen.

Wenn mein Unternehmen nach ein paar Jahren nicht mehr so gut läuft oder wenn ich etwas anderes machen will, kann ich es jederzeit auflösen. Wenn ich das Land, in dem ich lebe, nicht mag, kann ich jederzeit wegziehen. Nichts ist in Stein gemeißelt, alles kann verändert werden – wenn nicht gleich, dann mit der Zeit. Probiere es also aus und schau, wie es läuft.

8. Du bist nicht allein.

Es ist einfach zu glauben, du wärst der einzige, der zweifelt, der einzige, der nicht erfüllt ist – aber das stimmt nicht. In meiner Interview-Reihe „Furchtloser Freitag“ spreche ich mit anderen Menschen, die die Unternehmenswelt hinter sich gelassen haben, um einen ungewöhnlicheren Lebensweg einzuschlagen – zum Beispiel, um über gesunde Ernährung zu schreiben, eine TV-Show zu produzieren oder ein Kunstzentrum für Kinder aufzubauen.

Sie alle haben sich ihren Ängsten gestellt und die Herausforderung angenommen. Und manche von ihnen sind auf die eine oder andere Art zur Unternehmenswelt zurückgekehrt, aber nicht einer von ihnen bereut seine Entscheidung. Setz dich im Hostel einfach zu jemandem dazu oder triff Leute in deinem Stammlokal – mit Sicherheit lernst du jemanden kennen, der gerade auf dem Weg ist, sich selbst zu finden.

Es liegt an dir, deinen Weg zu finden, aber da draußen sind Millionen, die im Geiste bei dir sind.

9. Du wirst niemals alle Antworten finden.

Ich habe dieses Jahr eine steile Lernkurve hingelegt. Als Unternehmensgründerin musste ich viel lernen über Kapitalgesellschaften, Unternehmenssteuer, Mehrwertsteuer, Lohnsteuer, Versicherungen… ich reiche Anträge ein, erstelle Verträge und Rechnungen, bearbeite das CSS meiner Website und verschlinge Artikel zu Online Marketing und Schreiben als Freelancer.

Die wahrscheinlich größte Herausforderung war es wohl, die Balance zwischen Arbeit und Einkommen auf der einen Seite und Spaß und Freiheit auf der anderen zu finden. Aber ich lerne! Warte nicht auf den perfekten Plan und darauf, eine Antwort auf jede Frage zu finden. Du wirst niemals 100-prozentige Sicherheit erlangen. Es wird immer Risiken geben – aber das ist in Ordnung!

10. Nicht jeder, der wandert, ist verloren.

Im Leben muss es nicht darum gehen, einen Job zu finden, „den Einen“ zu treffen, eine Hypothek aufzunehmen, Kinder zu kriegen. Es kann schwer sein, allen dabei zuzusehen, wie sie sich niederlassen.

Aber wenn du diesem Weg im Moment oder vielleicht gar nicht folgen willst, ist es nicht falsch, verschiedene Wege auszuprobieren, neue Leute zu treffen, in verschiedenen Städten zu leben, die Welt zu bereisen…

Es gibt keinen Punkt im Leben, an dem es endet. Ja okay, der Tod vielleicht – aber den solltest du dir besser nicht als Lebensziel setzen. Warum betrachtest du das Leben also nicht einfach als eine nicht endende Reise voller Entdeckungen und Erfahrungen?

Ich sage: „Bon voyage!“ Und falls du mich in dieser Hostel-Bar sehen solltest, setz dich zu mir und wir erzählen uns unsere Geschichten bei einem Pisco Sour.“

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